 |
|
Heldenorgel Kufstein
(zum Bestellformular für die Heldenorgel-CD)
Technische Daten | vor dem Umbau 2008|09
Größe - Anzahl der Register, Manuale, Pedal: 50/ IV, P
Orgelbauer: E.F.Walcker, Ludwigsburg, 1971 IV/P, 50, 4307 Pfeifen
Entstehungsjahr: 1931/1971
Bemerkungen: (1931 II/P, 26 Register,1813 Pfeifen, 30 Glocken)
Spielanlage - Klaviatur: Freistehender Spieltisch
Windladen & Winddruck: Schleifladen!Winddruck 470 mm Wassersäule!
Spieltraktur und Registertraktur: elektrisch
Disposition:
I.Manual: C - c4 II. Manual: C - c4 III. Manual: C - c4
(Hauptwerk) (Schwellwerk) (Positiv)
1. Gedacktpommer 16' 11.Quintade 16' 24.Gedeckt 8'
2. Prinzipal 8' (alt) 12.Weitprinzipal 8'(alt) 25.Spitzflöte 8'
3. Rohrflöte 8' 13.Doppelflöte 8' (alt) 26.Prinzipal 4'
4. Prinzipal 4' (alt) 14. Gamba 8' (alt) 27. Blockflöte 4'
5. Nachthorn 4' 15. Vox Celeste 8' (alt) 28. Oktave 2'
6. Oktave 2' (alt) 16. Oktave 4' 29. Quinte 1 1/3'
7. Sesquialter 3fach 17. Rohrflöte 4' 30. Terzzimbel ½' 4fach
8. Mixtur 2' 7fach 18. Nasard 2 2/3' (alt) 31. Kopftrompete 8'
9. Scharff 1' 5fach 19. Prinzipal 2' Tremolo
10. Trompete 8' (alt) 20. Gemshorn 2'
21. Mixtur 1 1/3' 6-8fach
22. Fagott 16'
23. Oboe 8'
Tremolo
IV. Manual: C - c4 Pedal: C - f' Koppeln:
(Block-& Bombardwerk) 10 Normal-Koppeln:
Großmixtur 8' 8-11fach,
zerlegbar in: 41. Kontrabaß 16' (alt) II/I, III/I, IV/I
32. Prinzipal 8' 42. Subbaß 16' (alt) III/II, IV/II
33. Oktav 4' 43. Oktavbaß 8' IV/III
34. Quint 2 2/3' 44. Gedecktbaß 8' I/P, II/P, III/P, IV/P
35. Superoktav 2' 45. Choralbaß 4' 11 Super-Koppeln:
36. Mixtur 1 1/3 4-7fach 46. Mixtur 2 2/3' 6fach I/I, II/I , III/I, IV/I
37. Trompete 16' 47. Bombarde 32' III/II, IV/II
38. Trompete 8' 48. Posaune 16' IV/III
39. Trompete 4' 49. Helltrompete 8' I/P, II/P, III/P, IV/P
40. Glockenspiel (alt) 50. Clairon 4' 1 Sub-Koppel:
Spielhilfen: II/I
30 Setzerkombinationen, Tutti, Crescendowalze mit Anzeiger, Walze ab Manual
16' ab, Manual Zungen ab, Zungen ab, Zungenchor an / Labiale ab, Schweller für
II. Manual, Generalschweller. |
|
1 Mittagsglocken der Stadtpfarrkirche .....................................................0:24 |
Ludwig van Beethoven *
(1770 - 1827) |
2 „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“
(Orgelfassung Helmuth Luksch ) ..............................................................2:37 |
Johann Sebastian Bach |
3 Fuga sopra Magnificat BWV 733 ............................................................3:55 |
Johann Sebastian Bach
(1685 - 1750) |
4 „Jesus bleibet meine Freude“ (Orgelfassung Helmuth Luksch)
(Choral aus Kantate 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“) ....................2:51 |
Alessandro Marcello
(1684 - 1750) |
5 III. Satz aus dem Concerto in d-Moll - Allegro
(Bearb. J.S. Bach BWV 974) ....................................................................2:27 |
Franz Schmidt **
(1874 - 1939) |
6 „Halleluja-Präludium“ D-Dur
aus: "Vier kleine Präludien und Fugen ......................................................3:47 |
Giuseppe Verdi*
(1813 - 1901 |
7 Allegro maestoso aus dem Gran Finale II der Oper „Aida“
mit dem berühmten Triumphmarsch (Orgelfass.: Helmuth Luksch) ..............2:51 |
Richard Wagner*
(1813 - 1883) |
8 Brautchor aus Lohengrin (III. Akt, 1. Szene, Mäßig bewegt)
(Orgelfassung Helmuth Luksch)................................................................2:18 |
Felix Mendelssohn - Bartholdy *
(1809 - 1847) |
9 Hochzeitsmarsch aus „Ein Sommernachtstraum“ op.61/9
Allegro Vivace (Orgelfassung Helmuth Luksch) ..........................................5:27 |
Marco Enrico Bossi
(1861 - 1925) |
10 Intermezzo
op. 118/9...............................................................................................3:08 |
Johann Strauß (Vater) *
(1804 - 1849) |
11 Radetzky-Marsch op. 228
(Orgelfassung Helmuth Luksch) ..............................................................3:17 |
Léon Boellmann
(1862-1897) |
Suite Gothique op. 25 pour grand orgue |
|
12 Introduction-Choral............................................................................1:41 |
|
13 Menuet gothique.................................................................................3:12 |
|
14 Priere à Notre Dame ..........................................................................4:11 |
|
15 Toccata.............................................................................................3:33 |
Vincenzo A. Petrali
(1832 - 1889) |
16 Andante assai tranquillo .....................................................................2:45 |
Franz Schubert *
(1797 - 1828) |
Aus den „Trois Marches Héroiques“ 1816 op.27 D 602 |
|
17 Heldenmarsch Nr. 1 h-Moll Allegro Moderato (nach dem
Vorspiel zur Kantate „Die Schlacht“ (nach Texten von Schiller) ...................3:35 |
|
18 Heldenmarsch Nr. 3 D-Dur Moderato
(Orgelfassungen Helmuth Luksch).............................................................5:09 |
Franz Schmidt **
(1874 - 1939) |
1927 (Franz Schütz** gewidmet) |
|
19 Nr. 4 Nun danket alle Gott
Aus: „Vier kleine Choralvorspiele“ .......................................................... 1:38 |
Friedrich Silcher
(1825) |
20 „Ich hatt' einen Kameraden“ (nach Ludwig Uhland 1809)
(improvisierte Orgelfassung Helmuth Luksch) ............................................3:06 |
*) Alle mit * gekennzeichneten Orgelbearbeitungen wurden 2004 bzw. 2005 eigens für diese CD-Produktion angefertigt.
Sämtliche Transkriptionen sind im Eigenverlag gedruckt bzw. als Manuskript beim Interpreten erhältlich.
**) Prof. Franz Schütz von der Musikhochschule Wien entwarf 1930 nach umfangreichen Akustikproben mit dem
Erbauer Dr. Oskar Walcker die Disposition der Heldenorgel und spielte bei deren Einweihung am ersten Maisonntag
des Jahres 1931. Der Komponist Franz Schmidt weilte in seiner Funktion als Rektor der Wiener Musikhochschule unter
den Ehrengästen.
Aufgenommen im Sommer 2005 • Aufnahme: Johannes und Friederike Luksch
• Editing, Mastering und Produktion: Tonstudio Weikert A-9560 Feldkirchen, www.weikert.com
• Fotos: promedia-kufstein
Medieninhaber und Herausgeber und Kontakt:
Top-City-Kufstein GmbH., Oberer Stadtplatz 6|III, 6332 Kufstein
HELMUTH LUKSCH, geboren in Kufstein, erster Orgelunterricht bei Reinhold Hindinger, Organist der Heldenorgel von 1963-1992. Ab 1974 Orgelstudium an der Musikhochschule Wien in der Konzertfachklasse bei Prof. Herbert Tachezi.
Als Schüler und während des Studiums in den Sommermonaten Vertretungsorganist an der Heldenorgel Kufstein.
Von 1980 bis 1990 Organist an der Stadtpfarrkirche St. Vitus. 1990 bis 1993 Gebietskantor der Diözese Gurk/Klagenfurt,
1990 - 1992 Organist und Chorleiter der Stadtpfarrkirche
Spittal/Drau.
Seit 1992 Titularorganist an der Stadthauptpfarrkirche St. Egid zu Klagenfurt, Mitglied der Diözesankommission für Kirchenmusik und Orgelreferent der Diözese Gurk.
Seit 1989 selbst Lehrtätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Umfangreiche Konzerttätigkeit in Österreich, Deutschland, Holland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Schweiz, Italien und Slowenien. Rundfunk- und CD-Aufnahmen. Komponist von Chor- und Orgelwerken und Kammermusik.
Publizistische Tätigkeit im Rahmen von Musik-Fachzeitschriften.
|
Gedanken des Interpreten - oder Albtraum eines Organisten
Als ich im Herbst vergangenen Jahres eingeladen wurde, eine CD an der Heldenorgel Kufstein aufzunehmen,war mir klar, daß dieses Unterfangen im Vergleich zu Kirchen- oder Konzertsaalaufnahmenungleich schwieriger sein würde. Für dieses Projekt genügte es eben nicht, die Orgel ordentlich durchzustimmen,zwei Aufnahmetage festzusetzen und die Stücke einfach einzuspielen, bis alles „im Kasten" ist.Bei den Aufnahmen an der Heldenorgel, welche als Freiorgel nicht in einem „akustischen Raum"(Kirche oder Konzertsaal) steht, ergaben sich somit folgende Probleme:Da ist das einzigartige und ungewohnte Spielgefühl. Abgesehen von der Schallreflexion der Gebäudeder Stadt gibt es keinen, dem Organisten sonst von Kircheräumen so vertrauten, Nachhall. Dieseundankbare Spielsituation erfordert in Verbindung mit der Schallverzögerung von ca. 0,3 Sekunden(fast 100 m Abstand zwischen Pfeifenwerk und Spieltisch) einen speziellen Anschlag und eine sehrunkonventionelle Art der Artikulation beim Spiel. Jede kleinste Unsauberkeit im Spiel wird sofort offenkundig.Aufwendig ist die Wartung der Orgel. Die technischen Funktionen sind infolge des rasch wechselndenLuftklimas im Pfeifenraum durch Oxydation der Sicherungen und Elektrokontakte, welche teilweisenoch auf das Jahr 1931 zurückgehen, viel stärker beeinträchtigt als in einem Konzertsaal mit konstantemRaumklima oder gegenüber den langsam wechselnden klimatischen Gegebenheiten in einemKirchenraum. Dadurch kam es selbst in der Aufnahmezeit zu einem Tonausfall in sämtlichen Registerneines Teilwerks, wodurch somanche brauchbare Aufnahme wiederholt werden musste.Durch den uneingeschränkten Betrieb der Panoramabahn zwischen 9 und 17 Uhr bzw. durch dieLärmbeeinträchtigung auch danach war ein Aufnehmen außerhalb der täglichen Konzerte um 12 und18 Uhr nur mit Vorbehalt möglich. So zogen sich die Aufnahmen über den ganzen Sommer hin, daunabhängig von den künstlerischen Gesichtspunkten der Aufnahmen eine Reihe außermusikalischerFaktoren die Verwertbarkeit der Aufnahmen stark einschränkte.Diese waren Regen und Wind (auch bei Schönwetter), vor allem aber Temperatur und Luftfeuchtigkeitim Pfeifenraum, welche allein im Hochsommer zwischen 15 Grad (August) und 47 Grad Celsius (Hitzeperiode im Juli) schwankte.
Da der Tonhöhe einer Orgelpfeife sich pro Grad Celsius um annähend 1 Hz ändert, kann man sich vorstellen,was es bedeutet, wenn sich das Stimmungsverhalten der 39 Labialpfeifenregister so gravierendgegenüber den 10 Zungenregistern, aber auch gegenüber den Röhrenglocken (Register Glockenspiel)bis zur Unbrauchbarkeit (über ein Viertelton!) verändert. Aus ökonomischen Gründen wurden natürlichdie Zungenregister zu der vierfachen Anzahl an Labialregistern hinzugestimmt. Abgesehen von derGeneralstimmung mussten weitere Zungenstimmungen durchgeführt werden. Trotz dieserZungenstimmungen waren ca. 95 % aller Aufnahmen bei etwa 40 Stunden bespielter Aufnahmezeitallein aufgrund der Stimmungsdivergenz unbrauchbar für eine CD-Produktion.Nach einer Schlechtwetterphase erfolgte eine neuerliche Zungenstimmung bei 17 Grad Celsius. Balddarauf stieg die Lufttemperatur aufgrund einer neuen Schönwetterperiode im Spätsommer neuerlichderartig an, daß nur in der Nacht ideale Aufnahmebedingungen geherrscht hätten. Bei Tag abererwärmte sich die Luft im Pfeifenraum wiederum um bis zu 10 Grad Celsius. Allein durch das Öffnender beiden Jalousie-Schweller anlässlich des Mittagskonzertes um 12 Uhr drang die warme Luft in denüber Nacht abgekühlten Pfeifenraum, sodaß die Verstimmung der Orgel während des nur viertelstündigenMittagskonzertes eine Verwendung vieler Mitschnitte unbrauchbar machte.Erschwerend kam hinzu, daß der bekannte „Boarische“ Nordwind besonders tagsüber sehr stark istund erst in den Abendstunden abflaut. Daher entschlossen wir uns, an windarmen Abenden zusätzlichAufnahmen für leise Stücke zu versuchen. Bis 22 Uhr am Abend wollte jedoch die Temperatur imPfeifenraum nicht die 20-Grad-Marke erreichen bzw. unterschreiten und so versuchten wir es einmalsogar am frühen Morgen zwischen 8 und 9 Uhr - vergeblich. Da die Orgel in der nördliche Stadthälfteselbst bei leisen Stücken gehört wird, war an eine Nachtaufnahme, wie dies bei Kirchen an stark frequentierten Straßen häufig gemacht wird, leider nicht zu denken. Schlechtwetter mit Regen, Wind (auch schwacher Wind in den Blättern der Bäume) und jede Art von Lärm (Stadtlärm, Autos, Fluglärm) vernichteten häufig ansonsten künstlerisch bestens geeignete und stimmungsmäßig brauchbare Aufnahmen, insbesondere von leiseren Stücken. So entschlossen wir uns, die Live-Atmosphäre mit all den damit verbundenen Geräuschen wie Husten, Reden, Kindergeschrei, Vogelzwitschern, Verkehrslärm (soweit vertretbar) vor allem bei den Mittagskonzerten, Gezirpe von Grillen (welche durch das Obertonspektrum der Orgel besonders zum „Mitsingen" animiert wurden) und andere Insektenlaute, beizubehalten, sofern die Stimmung der Orgel vertretbar war. So manche klanglich und musikalisch schöne Aufnahme wurde durch das Überfliegen eines Sportflugzeuges oder Hubschraubers zunichte gemacht, andere Mitschnitte wiederum durch besonders „sportliche“ Autofahrer, die eine herrliche Pianissimo-Stimmung zerstörten.
Viele Aufnahmen, vor allem Stücke in dem für die Heldenorgel so typischen „Organo-Pleno“, konnten buchstäblich erst am letzten Aufnahmetag am 8. September beim Mittagskonzert eingefangen werden. Das Schicksal hatte also Erbarmen mit dem Organisten, indem ihm die guten Aufnahmebedingungen an jenem letzten Tag schließlich ein Ende der Aufnahmen und auch der Stadtbevölkerung ein Ende der „Lärmbelästigung“ bescherten.
Da es sich bei Heldenorgel nicht um eine klassische Kirchenorgel handelt, sondern um die vermutlich meistgehörte Konzertorgel der Welt, einer Orgel besonderer Einmaligkeit, sollte auch das Programm der aufzunehmenden Stücke der Breitenwirkung dieses Instrumentes Rechnung tragen. Neben „klassischer“ originaler deutscher, französischer und italienischer Orgelliteratur (Bach, Schmidt, Boellmann, Petrali, Bossi) wurden vom Interpreten eigens für diese CD-Aufnahme aus einer Reihe berühmter, aber nicht original für Orgel gesetzter Werke Transkriptionen bzw. Bearbeitungen hergestellt, welche sich auf der Orgel vorzüglich realisieren lassen (Beethoven, Schubert, Mendelssohn, Wagner, Verdi und Johann Strauß Vater).
BOOKLET SEITE 10 BOOKLET SEITE 3
Vom Konzertpublikum zwar mit viel Applaus bedacht, waren dies für den Organisten zweifellos die schwersten und nervenaufreibendsten Aufnahmen seines bisherigen künstlerischen Wirkens. Möge der mühsam und beschwerlich eingefangene Ton dazu beitragen, ein weltweit einzigartiges Klangerlebnis, die „Klangwolke“ der Heldenorgel Kufstein, in die Welt hinauszutragen. Demjenigen, der das „tönende Mahnmal“ bereits gehört, erlebt und seinen Klang schätzen gelernt hat, möge der neue Tonträger eine Erinnerung an ein unvergessliches akustisches Erlebnis inmitten der Stadt, aber auch inmitten der Natur mit seinen ganz persönlichen Eindrücken sein.
Helmuth Luksch, im September 2005
|
|